An(ge)dacht

 
 Katharina Stingl,
Katechetin und Vertrauens-
frau des Kirchenvorstandes


Liebe Leserin, lieber Leser,
 
   die Sommerferien und die Urlaubszeit stehen vor der Tür. Wer freut sich nicht nach dieser „Corona – Durststrek-ke“, mal wieder ein Stück Lebensqualität zu genießen. Mal nicht funktionieren müssen, dringende Aufgaben erledigen, immer online sein, sondern einfach einmal alles gut sein lassen. Mal aus dem Korsett der Regeln und Anordnungen herausbrechen. Die Hände in den Schoß legen und das tun, was einem gerade „gut tut“.
 
   „Tu alles was gut tut – gut tut – tut gut“ – So heißt es in einem Lied von Udo Jürgens aus dem Jahre 1999. Unter diesem Link können sie es anhören: https://www.youtube.com/watch?v=LpFpxN2v8zA

   In diesem Lied spüre ich wie beschwingt das Leben sein kann, wenn man es lebt! Worauf schaue ich in meinem Leben? Von was, oder von wem lasse ich mich leiten? Wir blicken zurück auf eine lange Zeit von Regeln und Anordnungen und spüren wie sich die Menschen nach Freiheit sehnen. Wie froh sind wir, dass wir wieder in Gemeinschaften uns treffen dürfen. „Tu alles was gut tut – doch nie allein!“
   Wenn man Kinder nach dem fragt, was ihnen am wichtigsten oder liebsten ist, dann ist es nicht, wie wir Erwachsenen oft denken, das beste Spielzeug, der tollste Urlaub, oder das neue Handy. Nein, es ist ein Zuhause, die Familie und ihre Freunde, Oma und Opa – Vertrauen, Geborgenheit und Liebe. Es sind die Grundbedürfnisse die ein Mensch braucht um sich zu entwickeln.

   In der Bibel finden wir bei allen drei Evangelisten fast wortgleich die Stelle, wo Jesus die Jünger zurechtweist, weil sie den Kindern den Zugang zu Jesus verweigern: „Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“
   In der religiös geprägten Gesellschaft Israels wurden Kinder insofern nicht ernst genommen, weil sie ja noch nicht in der Lage waren, die Vorschriften des Gesetzes zu erfüllen. Gerade deshalb gehören sie für Jesus zu den „Armen“, denen das Reich Gottes gehört. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“, das ist eine Richtungsweisung Jesu, die uns wachrütteln sollte. Das Reich Gottes annehmen wie ein Kind. Bedingungslos! Kinder sind auf das Beschenkt-Werden angewiesen, und sie lassen sich noch alles schenken. Sie denken da nicht in erster Linie daran, auch wieder etwas zurückgeben zu müssen. Nein, sie freuen sich einfach, etwas zu bekommen.
 
   „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“, diese Worte sollten uns aufhorchen lassen. Wir reden über die Kinder und über ihre Rechte und brauchen doch einfach nur den Blick schärfen auf das eigene Kind in uns.
    Wann haben wir das letzte Mal etwas bedingungslos angenommen, oder etwas gegeben, ohne etwas dafür zu erhoffen. Glaube ist wie eine leere, zum Empfang geöffnete Kinderhand. Da das Reich Gottes mit Jesus Christus jetzt und hier schon begonnen hat, dürfen sich auch jetzt und hier schon alle wie ein Kind von Jesus beschenken lassen. Lassen sie uns den Blick nicht auf unseren Nächsten richten, sondern miteinander in eine Richtung schauen und das Leben leben!
 
   Es grüßt Sie ganz herzlich und lädt Sie ein, den folgenden Gemeindebrief zum Thema „Recht §?“ aus gegebenem Anlass zu lesen.



Ihre Katharina Stingl
Vertrauensfrau des KV