Gruß zu Exaudi

Bei dir ist Vergebung, dass man dich fürchte. (Psalm 130,4)

   Dieses Wort aus dem Psalm 130 ist die Herrnhuter Losung für den Sonntag „Exaudi“, den wir am 24. Mai 2020 feiern. Mit „dir“ und „dich“ darin ist natürlich Gott gemeint, der wie in jedem Gebet der Angesprochene ist. Das Wort „fürchten“ hat darin nichts mit Angsthaben zu tun, sondern bezeichnet den Respekt des gläubigen Menschen vor Gott, der uns nach unserer Überzeugung persönlich begegnen will. Und thematisch geht darin um „Vergebung“, die wir bei Gott finden.

    Vergebung aber braucht in der Regel einen Schuldigen, dem oder der vergeben werden soll. Solche Schuldigen wurden gerade in letzter Zeit wieder in vielerlei Weise benannt. Die Bundesregierung etwa, die schuld ist, weil sie die Corona-Pandemie anfangs in ihrer Bedrohung unterschätzt hat. Der oder die jeweils andere, weil die Meinungen über die derzeit nötigen Schutzmaßnahmen und deren Einhaltung in unserer Bevölkerung weit auseinander gehen. Verschwörungstheoretiker gehen in die Öffentlichkeit und auf die Straße und geben die Schuld bei allem, was geschieht oder gar angeordnet wird, dubiosen Machthabern, die mit böswilligen Absichten hinter den Kulissen Strippen ziehen. Der amerikanische Präsident gibt für alles Mögliche in seinem Land derzeit immer wieder gerne einem ganzen Volk die Schuld und warnt die Welt vor der Gefahr, die von China ausgeht. Und in eben dieser Atmosphäre der unsichtbaren Bedrohung wächst gerade ein gegenseitiges Misstrauen, das die Menschen gegeneinander aggressiv macht und sie gerne glauben lässt, die Verantwortung läge immer bei irgendjemand anderem, nur nicht bei mir. Was natürlich auch verständlich ist, angesichts mancher Existenz, die aufgrund der derzeitigen Lage auf dem Spiel steht.

    Dennoch kommen wir nicht umhin, die Dinge immer vernünftigerweise von verschiedenen Seiten zu betrachten. Dabei fällt mir das schöne Bild ein, das sagt: Wenn du mit dem Finger auf andere zeigst, dann zeigen immer zugleich vier Finger deiner Hand auf dich selber zurück. Vier Finger, die dich mahnen: Du sollst nicht anklagen, sondern Vergebung üben. Und besinne dich zunächst einmal auf dich selbst. Oder wie Jesus es in seiner oft sehr konfrontativen Art sagte: Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, danach kannst du sehen und den Splitter aus dem Auge deines Bruders ziehen. (Lk 6,42)

   Im Vers aus den Neuen Testament, das zur oben genannten Losung ausgesucht wurde, meldet sich Paulus zu Wort und meint: „Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ (Kol 3,13) Fragt sich nur: Wie geht das, vergeben, wie Jesus es getan hat? Und sind wir überhaupt fähig zu solcher Vergebung und Gerechtigkeit, wie sie Jesus übt?
   Die Antwort lautet: Ja! Zumindest dann, wenn wir Jesu Ruf in die Nachfolge ernstnehmen, und es mit dieser Nachfolge am Ende etwas werden soll. Das Geheimnis liegt wohl in der Feststellung, dass schließlich Gott auch uns vergeben hat, spätestens bei unserer Taufe. Und dass er uns immer wieder vergibt, uns eine neue Chance, einen Neuanfang ermöglicht, und zwar ohne Vorbedingungen, wenn wir dazu bereit sind. Wenn wir das bedenken, fällt es uns vielleicht leichter, auch mit unseren Mitmenschen und der Welt, wie sie ist, nachsichtiger zu sein. Dann werden wir frei und müssen ihr nicht alles aufrechnen, sondern können ihr und uns eine neue gemeinsame Chance und Zukunft geben. Zu vergeben, wie der Herr uns vergibt, wird uns in dieser Weise gewiss nicht immer gelingen. Aber den Versuch ist es wert. Das zumindest lohnt sich immer.

   Wir haben Vergebung nötig, mehr denn je in Zeiten, wo es darum geht zusammenzuhalten und Schwieriges zu überstehen. Die Dinge von verschiedenen Seiten zu betrachten, dazu uns selbst auch immer einer kritischen Betrachtung zu unterziehen, bevor wir urteilen, dazu braucht es persönliche Verantwortungsbereitschaft, Vernunft und Besonnenheit, sowie einen neuen, beständigen Geist. Und gerade dazu gehört auch angesichts aller Not immer eine gewisse Portion an Humor und Sportsgeist sowie der Mut, die Dinge, die nötig sind, einfach anzupacken und durchzuziehen. Dann schaffen wir das!

   Amen.

 

Nimm‘s 

einfach 

sportlich

 

Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Kemmoden-Petershausen

 Herzlich Willkommen in Ihrer Kirchengemeinde!
Ainhofen - Gerolsbach - Hilgertshausen - Markt Indersdorf - Jetzendorf - Kemmoden - Tandern - Langenpettenbach - Langwaid - Lanzenried - Petershausen - Steinkirchen - Vierkirchen - Weichs
 
 
Vielleicht sind Sie vor kurzem hierher gezogen. So ein Umzug verändert viel. Ich hoffe, dass sie sich bereits ein bisschen eingelebt haben und sich hier wohlfühlen. Dazu möchte Ihre neue Kirchengemeinde etwas beitragen: durch Menschen, die sich gegenseitig helfen, miteinander reden und auf ganz unterschiedliche Weise ihr Leben immer wieder in die Nähe Gottes bringen. 
Evangelisch eben!
 
Vielleicht sind Sie schon länger hier und haben bereits eine der Kirchen in den kleinen Orten Kemmoden oder Lanzenried gesehen. Sie gehören zu den ältesten evangelischen Kirchen in Oberbayern. Denn Evangelische gibt es hier schon seit 1829. Und seitdem ist viel passiert: So können sie heute auch in Petershausen, Vierkirchen und Markt Indersdorf, Gottesdienste besuchen und Angebote Ihrer Kirche wahrnehmen. Die Tür ist offen: schauen Sie sich um!
 
Ihr Pfarrer Robert Maier
Ihre Pfarrerin Katharina Heunemann
Ihre Pfarrerin Elisabeth Schulz

 

Es geht wieder los! Wir feiern Gottesdienste.

Es geht wieder los! Wir feiern Gottesdienste.

Nach der verordneten Pause starten wir am kommenden Sonntag, den 10. Mai, wieder mit Gottesdiensten in unseren Kirchen.

Es beginnt gleich mit vier Gottesdienstfeiern, so dass hoffentlich für jede und jeden etwas dabei ist. Um 9 Uhr wird in Lanzenried gefeiert, und um 10.30 Uhr gibt es die Möglichkeit zur Teilnahme jeweils in Petershausen, in Vierkirchen und in Markt Indersdorf.

Gruß in der Osterfestzeit

“Deep River, My Home Is Over Jordan …“
(5. Buch Mose 32,11)

   … das ist der Titel eines bekannten afro-amerikanischen Spirituals, in dem sich vor allem auch die Sehnsucht der Menschen widerspiegelt, für die nicht zuletzt die Bürgerrechtsbewegung in den USA der 1950er und 1960er Jahre einsetzte. Eine Sehnsucht nach einem normalen, anständigen Leben. Eine Sehnsucht, die aber auch ins Ungewisse führte, auf jeden Fall aber in die Zukunft. Und die würde eine andere sein, als die Gegenwart und die Vergangenheit, die sie bisher kannten.

Gruß in der Osterfestzeit

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden! Hallelujah!

Moment – das stand doch schon im letzten Ostergruß drin. Ja, genau. Und es gilt weiter. Die Osterbotschaft endet nicht am Ostermontag, sondern will darüber hinaus Hoffnung geben.
Im Kirchenjahr geht der Osterfestkreis auf jeden Fall bis Pfingsten. Und eigentlich feiern wir an jedem Sonntag jenen dritten Tag, an dem Christus vom Tod auferstanden ist. Daher gilt der alte traditionelle Ostergruß auch weiterhin.

Herzlicher Ostergruß

Pfarrer Robert Maier

Pfarrer Robert Maier

Christus ist auferstanden,

gerade und auch in Zeiten wie diesen …

Ostern ist das Fest des Lichts, weil der Schein des Ostermorgens gleichsam das Symbol, ja die Metapher des Lebens ist.

   Die Kerzen, die wir bereits in der Dunkelheit der Nacht in der Erwartung des Ostermorgens entzünden, sind ein Abglanz, eine Art sichtbare Erwartung des Sonnenscheins, der jeden Morgen unser Leben auf Erden erst möglich macht.

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