Gruß in der Osterfestzeit

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden! Hallelujah!

Moment – das stand doch schon im letzten Ostergruß drin. Ja, genau. Und es gilt weiter. Die Osterbotschaft endet nicht am Ostermontag, sondern will darüber hinaus Hoffnung geben.
Im Kirchenjahr geht der Osterfestkreis auf jeden Fall bis Pfingsten. Und eigentlich feiern wir an jedem Sonntag jenen dritten Tag, an dem Christus vom Tod auferstanden ist. Daher gilt der alte traditionelle Ostergruß auch weiterhin.


Der Sonntag nach Ostern, traditionell der sogenannte „Weiße Sonntag“, trägt liturgisch den klingenden Namen Quasimodogeniti. Zu deutsch heißt das „Wie die Neugeborenen“ und verweist auf das neue Leben in und durch Christus. Der Name leitet sich aus dem Antiphon, dem Vorspruch, zum Tagespsalm her (1. Petr. 2,2a). Es soll daran erinnern, dass die Auferstehung und der Sieg über den Tod nicht allein auf Christus bezogen ist. Allen Gläubigen ist versprochen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Foto: E. Schulz, 02/2018

Und auch der Predigttext, der für den Sonntag ausgewählt ist, will Mut zusprechen und Hoffnung geben. So steht es im Buch des Propheten Jesaja:
Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.
Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«?
Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.
Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.
Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Der Prophet spricht dem Gottesvolk in einer Krisenzeit Mut zu. Das Babylonische Exil. Babylon hat Israel erobert und der Tempel ist zerstört worden. Das ist für die Menschen das Zeichen, dass Gott sie nun endgültig verlassen hat. Große Teile des Volkes Israel sind ins Exil weg geführt worden und leben dort schon einige Zeit. Ein Ende ist nicht in Sicht, viele verlieren die Hoffnung auf Rückkehr in die vertraute Heimat. Und hier tritt der Prophet auf und will den Menschen Mut machen. Er will ihnen sagen: Habt Geduld und bleibt im Vertrauen auf Gott. Er gibt uns Kraft, diese Zeit durchzustehen. Es wird wieder anders werden. Seid gewiss, dass Gott uns nicht verlassen hat.

Und so wünsche ich Ihnen Mut und Kraft und Hoffnung des Glaubens!

Pfarrerin Elisabeth Schulz