An(ge)dacht

Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Off. 21,6)

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Heute leben bereits 7,5 Milliarden Menschen auf unserem Planeten. 2060 werden es, so die Schätzungen, mehr als 10 Milliarden sein. Von der  heutigen Weltbevölkerung haben nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 884 Millionen Menschen keinen Zugang zu  einwandfreiem Trinkwasser.

Zugleich trocknen große Teile der Welt aus. Dass sich daran in naher Zukunft etwas im positivem Sinne ändert, ist mehr als fraglich. In 10 Jahren, so heißt es, werden 3 Milliarden Menschen davon betroffen sein. Dabei definiert die UNO Wasser als ein grundlegendes Menschenrecht. Gerade aufgrund dieser Tatsache mag uns die Herrnhuter Losung für das Jahr 2018 eine Mahnung sein. Denn im Zeitalter der voranschreitenden Globalisierung begreifen wir uns heute zusehends als Weltgemeinschaft, die ein gemeinsames Schicksal verbindet. Naturkatastrophen in Übersee betreffen uns alle, wie auch die selbstverschuldeten Veränderungen des Klimas oder die Tatsache, dass die irdischen Ressourcen nun einmal begrenzt sind und ihre unkontrollierte Ausbeutung Menschen zu Flüchtlingen macht sowie unserem Wachstumsstreben ein Limit setzt.

Im Wort aus der Johannesapokalypse geht es gewiss nicht nur und vor allem um die rein materielle Befriedigung unseres Bedarfs an Wasser als Mittel zum Zweck und als Nahrungsmittel. Sondern es weist hin auf die grundlegende Bedeutung von Wasser als

„Lebensmittel“ im doppelten Sinne. Eben als leiblicher Notwendigkeit neben dem tägliche Brot, wie auch als spiritueller Nahrung, die uns bei allem, was wir täglich tun und lassen, bewusst auf das zurückführen soll, wovon wir eigentlich leben.

Und das ist im einen wie im anderen Fall nun einmal die Gnade Gottes. Es geht hier um das Bewusstsein, dass das Leben und alles, was dazugehört, für uns alle von Natur aus zunächst einmal ein Geschenk auf Zeit ist, nichts weiter. Etwas zu dem wir nichts dazu tun konnten, dass wir nur empfangen konnten. Etwas, wofür wir deshalb unendlich dankbar sein sollten. Egal, ob es sich dabei um unser eigenes Leben handelt oder um das Leben des/er anderen, unseres/ er Nächsten. Ein Geschenk, für das wir zeitlebens verantwortlich zeichnen; das es zu gestalten gilt zum Wohle aller Menschen auf Erden, bevor wir es am Ende wieder in Gottes Hände zurücklegen.

Die Jahreslosung 2018 steht fast ganz am Ende der Bibel und gehört zu den letzten Worten des „Buchs der Bücher“. Und letzte Worte haben bekanntlich besonderes Gewicht für die Zukunft dessen, dem sie gesagt sind. Und das gilt insbesondere, wenn diese Worte, wie hier in der Offenbarung des Johannes, das Reich Gottes beschreiben. Das Reich Gottes, das für alle Christen aller Zeiten das Ziel ist, das es zu erreichen und zu bauen gilt, so es uns gelingen mag mit Gottes Hilfe.

Ihr Pfarrer Robert Maier